THE OLD FIRM CASUALS
Skinhead-Band mit einem bekannten Gesicht
Wer Rancid nicht kennt, hat verloren. Lars Frederiksen ist ein kleiner Szene-Promi, der immer wieder einmal auftaucht und von sich hören lässt. Egal ob als aktiver Musiker, als Produzent oder Tätowierer. Ungefähr zum Jahreswechsel habe ich erfahren, dass der gute Mann jetzt wieder eine sportlichere Frisur herumträgt und eine Skin-Band am Start hat. Da war die Spannung gross, denn Songs hat Lars Frederiksen immer schon gute geschrieben. Auch wenn die letzten Rancid-Alben eher Mittelmaß waren, war ich mir schon im Vorfeld sicher, dass er mit seiner neuen Band nicht enttäuschen wird. Volltreffer – auf dem kleinen Oi! The Boat Records Label haben die Old Firm Casuals ihre erste 7“ veröffentlicht und die Scheibe bringt anständigen Oi-Sound, mit Frederiksen-Gütesiegel. Über das und viel mehr habe ich mich mit Lars unterhalten.
Ihr habt die Band erst letzten Herbst gegründet, war das eine spontane Idee?
Ja, Paul, Casey und ich haben so im Oktober begonnen, Songs zu schreiben. Ich hatte schon lange die Idee, einmal eine waschechte Oi-Band auf die Beine zu stellen. Ich habe in den letzten knapp 30 Jahren ziemlich viel Musik gemacht, aber für mich war das nie eine bestimmte Sparte. Ob Punk, oder Oi – ist doch ganz egal, das gehört für mich einfach zusammen. Ob das nun melodisch ist, oder ganz ungehobelt, langsam oder schnell – ganz egal. Ich mag The Last Resort genauso gerne, wie GBH – für mich ist das der gleiche Spirit, auch wenn die Bands nicht viel gemeinsam haben. Oi! hat die Punks und die Skinheads immer miteinander vereint, da gab es keine Grenzen, ich habe mir mit 11 Jahren das erste Mal die Haare abgeschert, mir hat da nie jemand gesagt, dass es einen Unterschied zwischen Punks und Skinheads gäbe. Ich habe einmal eine Kolumne über Oi! Musik im „Loud, Fast Rules“ Magazin geschrieben und dafür die Cockney Rejects und auch Garry Bushell interviewt. Die hatten dazu eigentlich auch diese Meinung. Mein Bruder war Anfang der 80er Skinhead und er lief mit den ganzen Punks herum, das sind so meine ersten Erinnerungen an die Szene. Der Grund, warum ich die Old Firm Casuals als Oi Band bezeichne, liegt auf der Hand. Ich kann mich noch erinnern, als wir so 93/94 herum anfingen, mit Rancid mehr Interviews zu geben, auch für grössere Magazine, waren die Interviewer immer ganz perplex, wenn wir als musikalische Einflüsse Bands wie die Upstarts oder The Business usw. genannt haben. Die Leute hatten nicht wirklich Ahnung davon und hatten nur einen Haufen Unsinn über Oi! Musik gehört.
Ich finde schon, dass es einen Unterschied zwischen Punks und Skinheads gibt oder geben sollte, aber ich denke, da hat jeder seine eigene Sicht der Dinge. Du bist also mit 11 schon Skinhead gewesen?
Ja mein Bruder war der erste Skinhead, den ich kannte – er und Joe Lenihan, der zog zu uns in die Stadt und war ursprünglich aus UK, aus Leicester kam der. Rob brachte zu der Zeit schon Reggae und Punkmusik mit nach Hause, er war damals schon ein Verrückter und das blieb er bis zum Ende seines Lebens, haha! Ich habe von ihm immer noch eine Sta Prest zuhause, die ihm unser Vater einmal in den späten 70ern schenkte.
Hast Du vor Rancid auch schon irgendwas in die klassische Oi!-Richtung gemacht?
Ja, die erste Band, mit der wir auch Konzerte gespielt haben, waren „Knowhere Men“, da war auch Gordy dabei, der heute bei „The Forgotten“ ist. Das war in den 80ern, wir waren eine Oi! Band! Danach bin ich dann bei den UK Subs eingestiegen, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie mich gefeuert haben – zurecht, haha! Aber Charlie war immer wie ein Vater für mich und er ist wie ein Großvater für meinen Sohn! Er kommt jedes Jahr für ein paar Tage mit seiner Frau zu uns nach San Francisco. Ich liebe ihn und ich habe eine Menge von ihm gelernt.
Erzähl einmal ein bißchen über Deine Kindheit, bist Du in den USA aufgewachsen oder in Dänemark?
Ich wurde in den USA geboren und bin da auch aufgewachsen. Meine Mutter war dänische Immigrantin, sie wuchs in Dänemark auf, während dem 2. Weltkrieg und hat dabei einen Großteil ihrer Familie verloren. Sie hatte ein ziemlich verrücktes Leben bis zu ihrem 5. Lebensjahr....
......die komplette Version ist im OTP#34 nachzulesen!!!!